Hier werden gängige Fragen aufgegriffen und beantwortet

  • Brauche ich sofort ein Schlagzeug, wenn ich Schlagzeug spielen lernen will?
  • Wie kann ich zu Hause üben, wenn ich keinen Lärm machen kann?

Natürlich ist es besonders spaßig, auf einem richtigen Schlagzeug zu spielen. Aber sowohl in der Orientierungsphase, in der klar wird, ob Schlagzeug das passende Instrument ist und genügend Zeit und Engagement zum Üben da sind, und natürlich auch als ständige Ergänzung zum Drumset kann man auf verschiedene Weise ohne Drumset üben:

Luftschlagzeug: Das bedeutet, mit den Sticks in der Luft auf dem imaginären Schlagzeug spielen. Das klingt vielleicht zuerst albern, funktioniert aber wie das Mentaltraining mancher Sportler, die eine Rennstrecke vor dem eigentlichen Rennen im Kopf durchlaufen. Der Trainingseffekt ist nicht zu unterschätzen, und die Klangerzeugung am echten Schlagzeug verbessert sich auf diese Weise bei vielen Anfängern und Fortgeschrittenen.

Beinschlagzeug: Das ist die Übemöglichkeit, die jeder immer dabei hat. Die Füße spielen auf dem Boden, die Hände auf den Oberschenkeln. Alle Grundlagen des motorischen Zusammenspiels zwischen den Extremitäten lassen sich so sehr gut üben. Überall und jederzeit.

Übefläche: Alle Drummer sollten so ihre Handtechnik, also die Funktionalität der Sticks in den Händen, üben. Dies funktioniert auf jeder Spielfläche, die den auftreffenden Stock mehr oder weniger zurückwirft (Rebound). Manchmal sollte man auf Flächen mit wenig, manchmal auf Flächen mit viel Rebound üben. Das klappt mit Kissen, alten Telefonbüchern, Mousepads, Tischtennisschlägerbelägen. Natürlich gibt es auch spezielle Übeflächen für den Drummer:

Pads Pads: gibt es in verschiedenen Ausführungen. Manche sind so wie echte Drums, manche sehr hart und manche mit sehr viel Rebound. Die Mischung macht's. Diese Pads gibt es als Einzeltrommeln, aber auch als komplette Drumsets!
Meshheads Meshheads: sind Gewebefelle, die auf ein normales Schlagzeug aufgezogen werden können und nahezu kein Geräusch machen. So kann der Drummer, wenn ein Drumset vorhanden ist, überall und jederzeit spielen. Auch bei Anwohnern mit Ohren an Wänden. Auch Becken lassen sich auf ähnliche Weise deutlich leiser machen. Problematisch sind aber im Wesentlichen die durch vor allem große Trommeln entstehenden Bässe, die auch sehr dicke Wände leicht durchdringen. Die viel zitierten Eierpappen an den Wänden helfen hier nicht!
Playbackmatten Playbackmatten: sind Matten aus einem gummiartigen Material, die auf die Spielflächen eines normalen Schlagzeugs gelegt werden und den Klang deutlich leiser machen können. Die sehr tiefen Bässe einer großen Trommel lassen sich hierbei nur schwer ganz auslöschen.
E-Drumset E-Drumset: Manche beschaffen sich ein elektronisches Schlagzeug. Das Spielgeräusch selbst ist gering. Auf elektronischen Wege werden beim Spielen Schlagzeugklänge erzeugt, die über einen Kopfhörer abgehört werden können. E-Drumsets mit echtem Spielgefühl sind allerdings recht teuer, die Günstigen haben oft zu kleine und vom Spielgefühl nicht mit akkustischen Schlagzeugen vergleichbare Spielflächen und andere Schwächen.
Virgil Donati Auch die Besten üben auf Pads!
Website des Schlagzeugers Virgil Donati
www.virgildonati.com

Weitere Tipps zum Thema Üben

Übemöglichkeit: Meinen am regelmäßigen Unterricht teilnehmenden Schülern biete ich in der Orientierungsphase die Möglichkeit, außerhalb des Unterrichts und für einen kleinen Kostenbeitrag im Unterrichtsraum auf einem Schulschlagzeug zu üben.

Der Proberaum: Wer Spaß am Schlagzeug spielen hat, wird automatisch besser und bald spielfähig. Dann ist Zeit, sich eine Band zu suchen oder zusammenzustellen. Zur Band gehört ein Proberaum. Sowohl die Beschaffung als auch die Finanzierung trägt dann meistens die ganze Band. Typische Bereitsteller von Proberäumen sind Verwandte, Bekannte und Arbeitgeber mit freien Räumen, Betriebe in der Umgebung, die freie Räume haben und sich über etwas Geld freuen oder die klassische Garage in lauter oder ungestörter Umgebung. Manchmal übernehmen Unternehmer die Rolle des Förderers und Gönners von jungen Talenten der Kunst- und Musikszene! Neben der Bandarbeit ist im gemeinsamen Proberaum meistens Platz und Zeit zum Üben.

Häuslicher Proberaum: Manche haben das Glück, einen Kellerraum oder ähnliches zur Verfügung zu haben, in dem sie üben können. Dieser bietet oft den Vorteil, dass Anwohner nicht so gestört werden. Mit überschaubaren Mitteln lässt sich ein wohnlicher Übeplatz einrichten, mit etwas mehr Aufwand ein gut schallisolierter Raum gestalten. Stichwort ist hier "Raum in Raum" als Schallisolierung bei Proberäumen, Tonstudios und Konzertsälen. Die viel zitierten Eierpappen an den Wänden helfen hier nicht!

Übezeiten: Auch das im folgenden Artikel Vermerkte sollte der Drummer wissen, sich aber nicht darauf verlassen. Es dient vielleicht als Selbstbewusstseinsstütze beim gemeinsamen Planen der Übezeiten. Mein Tipp: Besser Fragen und sich von bedeutenden Anwohnern großzügig Übezeiten zusprechen lassen, als nur stumpf fordern!

Artikel Artikel lesen

Noch Fragen?

Bitte nehmen Sie Kontakt zu mir auf!